Großer bwin-Preis erwartungsgemäß an Palermo
So relativ offen wie das Hauptereignis dieses angenehmen Nachmittages auf der Parkbahn war, so knapp fiel das Ergebnis aus. Und zwar zugunsten von Palermo, dessen Dresdener Debütform und die anhaltend gute körperliche Entwicklung wichtige Indizien für den Sieg im Großen bwin-Preis (1400 m) um lukrative 26000 Euro gewesen sind. Ein aufmerksamer Ritt von Pascal Werning machte den Erfolg für den Erstling der mehrfachen Siegerin Palma perfekt. Riesenfreude natürlich bei Trainer Christian Zschache und der Thüringer Züchterin Ines Raabe und Familie. Ines Raabe hat Palermo gezogen und an Zschache verpachtet, „weil die Trainingsbedingungen in Thüringen so miserabel sind.“ Bis zur Linie blieb das vom sächsischen Sportwetten-Anbieter bwin gesponserte und von dessen Chef Steffen Pfennigwerth vor einigen Jahren ins Leben gerufene Rennen in der Tradition des 1898 in Dresden geschaffenen Jugend-Preises für den jüngsten Jahrgang in den Neuen Bundesländern spannend. Blitzschnell auf den Beinen war La Plata und setzte strammes Tempo. Erst spät musste die Dresdener Stute der Konkurrenz weichen, blieb aber als fünfte dichtauf. Der stets in ihrem Fahrwasser „segelnde“ Palermo war erster Angreifer. Kaum hatte er La Platas Widerstand gebrochen, rückten außen Readyspice und innen Samcible an und lieferten Palermo bis zur Linie ein heißes Gefecht. Auch Peace Flower, mit dem ausgeprägten Senkrücken eine auffallende Erscheinung, mischte mit, doch waren die Konditionspferde schließlich im Vorteil. Sein kleines Lot von nie mehr als drei bis vier Pferden hat Christian Zschache stets fein in Schwung und versteht auch junge Pferde kontinuierlich aufzubauen. Für Pascal Werning war es der bisher wertvollste Sieg. Wenn auch unter Schmerzen, denn eine Stunde zuvor musste er beim Aufgalopp unsanft aus dem Sattel der ungebärdigen Varimona, die am Start auch Ersatzreiterin Celine Kochan ins Gras beförderte und steuerlos im Rennen etwas Verwirrung stiftete. „Ich bin froh, dass ich doch noch geritten bin,“ freute sich Pascal Werning bei der Siegerehrung, „die Prellungen werde ich wohl erst heute Abend spüren. Palermo ist ein reiner Galoppierer, ohne Speed, da habe ich mich unterwegs gleich herangehalten und rechtzeitig nachgesetzt.“
Vor dem tragenden Ereignis bestimmten die Außenseiter kräftig das Geschehen – dreimal dreistellige Siegquoten. Darunter in der Wettchance des Tages durch den Handicap-Debütanten Eastern Eagle, wobei die Viererwette sich in schwindelnder Höhe von 200 011:10 Euro bewegte. Zum Auftakt verlegte der aus Tschechien angereiste Apollo Star dem Rekonvaleszenten White Lightning den Weg zum Sieg, gefiel mit spritziger Aktion wesentlich besser als beim vorangegangenen Sieg auf dieser Bahn. In angenehmer Erinnerung werden mit je zwei Siegen vor allem auch Viktor Schulepov und Manuela Murke den Renntag behalten, auch wenn der Altmeister einen dritten Sieg verpasste, weil er sich bei dem Ritt auf First Fellow den kleinen Finger der rechten Hand gebrochen hatte. So sprang für den Ritt auf Cantano David Smith (oft auch ein Pechvogel), ein und sorgte für das passende Geschenk zum 66. Geburtstag von Trainer Udo Fritzenwanker. Den dritten Hoppegartener Sieg machte zum Schluss der zeitig in Sicherheit befindliche Knock An Roe für Roland Dzubasz perfekt. In wirtschaftlicher Hinsicht war die Bilanz für den Veranstalter wenig erfreulich, weil wieder einmal von außen nicht viel kam. JS